Der Wettbewerbliche Dialog: Ein innovatives Vergabeverfahren
In Deutschland wird der Wettbewerbliche Dialog seit 2006 für Projekte zur Stadtentwicklung eingesetzt, und zwar für besonders komplexe Bauvorhaben. Charakteristisches Merkmal ist das Einbeziehen aller Beteiligten in einen offenen Dialog. Am Ende steht, anders als bei herkömmlichen Verfahren, nicht ein prämierter Entwurf, sondern ein fester Vertrag für die Umsetzung des Bauvorhabens. Dazu gehört auch ein Zeitplan.
Der Wettbewerbliche Dialog hat mehrere Stufen:
- Zuerst werden über einen Teilnahmewettbewerb geeignete Bewerber für das Verfahren ausgewählt.
- In mehreren so genannten Dialogphasen erstellen die Bewerber in einem anonymen Verfahren und im Dialog mit der Stadt Lösungsvorschläge. Diese müssen sowohl die komplexe Aufgabe erfüllen als auch wirtschaftliche Interessen einbeziehen.
- Mit den Bewerbern, deren Entwürfe die Aufgabenstellung am besten erfüllen, werden Vertragsgespräche geführt.
- Auf der Grundlage ihrer Lösungsvorschläge sowie der Vertragsgespräche geben die Bewerber Angebote ab.
Grundsätzlich neu ist die enge Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und potenziellen Investoren in der Wettbewerbsphase. Die Zielvorstellungen des Auftraggebers werden in mehreren Dialogphasen diskutiert.
Die bis zuletzt aufrecht erhaltene Wettbewerbssituation sorgt dafür, dass die für die Stadt beste Lösung herausgearbeitet wird. Das Ergebnis ist die Umsetzung einer komplexen städtebaulichen Entwicklung mit einer maximalen Verbindlichkeit für die Stadt und den Investor.
Dazu kommt eine starke Bürgerbeteiligung, denn die Vorschläge der in Frage kommenden Investoren werden öffentlich vorgestellt und diskutiert. Die letzte Entscheidung über die Umsetzung des Projektes trifft das Stadt- oder Gemeindeparlament.
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